My daily YouTube – march 30, 2012

No question: I wish I could be in Dusseldorf now. As a silent guest of the Videocamp and the Webvideoprize Gala 2012.

Okay: For generation Youtube I’m somebody like a grandmother :) But they were friendly to me at my first videocamp in september 2011.  And it was a good inspiration after years in public broadcasting. I learnt a lot – not technically, but how they teach and influence eachother for a new visual language of filmmaking.

Webvideo and Youtube have other aesthetic categories than the broadcasting media. Smartphones, Camcorder and Consumer products for less money than before make it easy for everybody to start filming. The right white balance, stabile pictures with correct focus and a good sound – not as important as uniqueness and creativity.

The German Webvideoprize 2012 is the best sign for the challenge of Webvideo and Youtube for classic broadcasting industry in Germany. I guess it´s a proof for mediashift in visual information and entertainment worldwide. That´s why I storified the main facts and reports … in German (for every other language please use Google translator)

Nicht wie im Fernsehen … Webvideo und Webvideopreis

 

Eigentlich wollte ich dieses Interview schon im vergangenen Jahr September in Berlin machen, beim Videocamp Berlin. Aber da war der Videopunk nur im Stress als Organisator und wollte nicht noch ein zusätzliches Interview geben, nachdem er schon dem ZDF Rede und Antwort gestanden hatte :)
Nun, was ich vor hatte, war ja auch nicht für irgendeine Berichterstattung gedacht, sondern als ein medienhistorisches Zeitzeugnis – quasi als eine Momentaufnahme in der aktuellen Entwicklung der Bewegtbildkultur. So wie auch das Interview mit Christoph Krachten von Clixxom, das wir – ganz unorthodox – direkt an einer stark befahrenen Straße gemacht haben. Und dafür ist der Ton gar nicht schlecht … Aber das nur nebenbei. Zurück zum Videopunk und meiner Absicht, auch ihn nach seiner Sicht der Fernseh- und Webvideowelt zu befragen. Als Journalistin und Medienhistorikerin, die aus vielen verschiedenen Sichtweisen auf unsere heutige Bewegtbild-Flut in Produktion, Sozialisation in den Netzwerken und Bewegtbild-Konsum später einmal eine Publikation machen möchte. Und der Videopunk hatte mich in Berlin beeindruckt – mit seinem Idealismus, seinem Enthusiasmus und seinem Einsatz für die YouTuber.
Früher hätte mich das vermutlich gar nicht so sehr interessiert, denn als jemand, der über Bildgeschichte im Stummfilm geforscht hat, dann beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen das TV-Handwerk gelernt und praktiziert hat, blieb mir die Welt der YouTuber bis dahin verschlossen. Aber genau deshalb war ich zu meinem 1. Barcamp nach Berlin gefahren – nicht um selbst ein YouTuber zu werden (Das geht bei meiner journalistischer Vita und meinem Alter gar nicht mehr :) … ), sondern um diese Welt ganz unvoreingenommen einfach nur kennenzulernen.

Dann sollte es allerdings gute 4 Monate dauern, bevor ich am Freitag, den 13.! Januar 2012 in der Bilker Garage den Videopunk traf – dort, wo normalerweise der Elektrische Reporter produziert wird. Aber der Herr Sixtus kam erst, als das eigentliche Interview vorbei war. Und sich ein mindestens genauso spannendes Gespräch über Filmtheorie, Webvideo und Fernsehen entwickelte. Da standen sich immerhin zwei gegenüber, die gegensätzlicher nicht sein können. Der Videopunk: Filmfreak, ehemaliger RTL-Praktikant und Journalist, der im Bewegtbild-Ressort eines Printmediums ins Webvideo hineingewachsen ist. Früher hat man ihm nicht selten sein Fernseh-Bashing vorgeworfen, heute lehnt er es selbst ab und pflegt den konstruktiven Dialog. Auf der anderen Seite eine ehemalige Fernseh-Journalistin, die von der Bildtheorie in die klassische TV-Praxis kam und heute mit neuen Formen der Bewegtbildkultur selbst experimentiert. Nur war für das Gespräch eigentlich keine Zeit, denn der Videopunk steckte noch in den letzten organisatorischen Problemen für den diesjährigen Webvideopreis. … Die sind mittlerweile alle gelöst. 6752 Einreichungen müssen für die Jury katalogisiert werden und das nächste Videocamp ist terminiert.

Weder das Webvideo noch der Webvideopreis sind mit dem vergleichbar, was man klassisch aus dem Fernsehen kennt. Es ist eine neue filmische Bildkultur. Genaugenommen wiederholt sich in der Digitalisierung der bewegten Bilder das, was am Anfang der Filmgeschichte in der Transformation der klassischen Bildtradition in die lebenden Bilder schon einmal geschah: zuerst ist da die Faszination und die Skepsis gegenüber neuen technologischen Bildmöglichkeiten. Von Filmhistorikern wird immer wieder gern erzählt, dass in den ersten Film-Vorführungen der Gebrüder Lumière 1895/1896 in Paris Leute reihenweise aus dem Lichtspieltheater rannten. Auf der Leinwand sah man einen der 1. Filme der Filmgeschichte:  “Die Ankunft eines Zuges auf dem Bahnhof in La Ciotat” – Viele Zuschauer bekamen Angst, dass der Zug sie überrollen könnte und flüchteten. Ihr Unterbewußtsein war stärker als die Neugier auf die lebenden Bilder …

 

Die ersten Jahre waren bestimmt von technischen Experimenten. Das Lichtspiel war Jahrmarkt-Attraktion und Varieté-Programm. Dann wurde daraus das Theater für die Massen, dass führende Dichter und Denker wie Thomas Mann noch in den 1920er Jahre als primitive Unterhaltung ablehnten und der Literatur bzw. dem “echten Theater” die Vorrangstellung zusprachen. Im Höhepunkt der deutschen Stummfilmzeit hatte das neue Medium die Position der 7. Kunst und eines neuen Nachrichtenmediums erreicht. Mit der Einführung des Tonfilms gab es noch einmal einen Bruch, siehe auch Blogpost “Das lebende Bild spricht”. Seit 1929/1930 entwickelten sich Kino und Fernsehen in der uns heute bekannten Form.

Das Webvideo hat im Prinzip genau die gleiche Entwicklung begonnen – am Anfang waren kurze Plansequenzen, rudimentär zusammengeschnittene Videos aus Kompaktkameras und mobile phones. YouTube – ein just for fun Kanal. Nach der technologischen Spielfreude kam die digitale Experimentierfreude. Heute sind YouTube und vimeo TV-Sendern vergleichbar und die globalen Archive für die Entwicklungsgeschichte eines neuen Film-Genres. Das durch solche Enthusiasten wie den Videopunk initialisiert wurde, auch wenn man ihnen in der großen Community der Webvideofilmer nicht solche konkreten Verdienste wie den Gebrüdern Lumière zuschreiben kann. Aber darum geht es wohl auch nicht …

Dass der Deutsche Webvideopreis eine prominente Jury und Medienpartner wie spiegelonline und arte hat, ist Beweis genug für die Anerkennung all derjenigen, die in Deutschland Webvideo als Infotainment und bildästhetisch neues Genre voranbringen. Offen ist, wo die cineastische Reise in Digitalien hingeht …